Beispiel aus der Praxis · Gewerbe

Musterangebot: Cyber­versicherung für ein mittelständisches Unternehmen

Anonymisiertes Praxisbeispiel · Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich · Marktvergleich vom Oktober 2022

Kaum eine Gewerbesparte ist so jung — und kaum eine hat so unterschiedliche Bedingungswerke — wie die Cyberversicherung. Für ein inhabergeführtes Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich habe ich drei Tarife verglichen, alle mit 100.000 Euro Versicherungssumme und 2.500 Euro Selbstbehalt — also nominell identischem Schutzumfang. Die Jahresbeiträge: 243,63, 300,95 und 464,10 Euro. Unternehmen, Gesellschaften und Tarifnamen sind neutralisiert.

Drei Tarife, drei völlig verschiedene Deckungskonzepte

 Anbieter AAnbieter BAnbieter C
Jahresbeitrag243,63 EUR300,95 EUR464,10 EUR
Versicherungssumme / Selbstbehaltje 100.000 EUR / 2.500 EUR
Cyber-Betriebsunterbrechungneinja (Haftzeit 6 Monate)ja (Haftzeit 180 Tage, inkl. Cloud-Ausfall)
Cyber-Haftpflicht (Ansprüche Dritter)neinjaja
Cyber-Erpressung / LösegeldzahlungAbwehr ja / Lösegeld neinbeides janein
CEO-Fraud („Fake President")neinbis 100.000 EURnein
Phishing-/Pharming-Schädenjaneinnein
Cyber-Training & Phishing-Simulation für Mitarbeiterneinbeides jaTraining ja / Simulation nein
DSGVO-Maßnahmen & Bußgelderneinbis 250.000 EUR*bis 100.000 EUR*
Nachmeldefrist36 Monate5 Jahre5 Jahre

* soweit rechtlich zulässig. Alle drei Tarife decken die Kern-Kosten: Datenwiederherstellung, IT-Forensik, Krisen-Soforthilfe und PR-Maßnahmen nach einem Angriff.

Was man aus diesem Fall lernen kann

  • „Cyberversicherung" ist kein einheitliches Produkt: Drei Tarife, dieselbe Versicherungssumme — und doch fehlt beim günstigsten sowohl die Betriebsunterbrechung als auch die Haftpflicht-Komponente. Wer nur Preis und Versicherungssumme vergleicht, kauft womöglich einen Torso.
  • Die Betriebsunterbrechung ist das Herzstück: Der größte Schaden eines Hackerangriffs ist für die meisten Betriebe nicht die IT-Reparatur, sondern der Stillstand. Ein Cyber-Tarif ohne diesen Baustein verfehlt für viele Betriebe den Hauptzweck.
  • Der teuerste war nicht der beste: Der Premium-Tarif bot als einziger die Cloud-Ausfall-Deckung, ließ aber Erpressungs-Lösegeld und CEO-Fraud ungedeckt — ausgerechnet zwei der häufigsten Angriffsformen auf den Mittelstand. Der mittlere Tarif hatte hier das rundeste Gesamtpaket.
  • Prävention gehört inzwischen dazu: Mitarbeiter-Schulungen und Phishing-Simulationen sind bei guten Tarifen Teil der Leistung — der Faktor Mensch ist das häufigste Einfallstor.
  • Der Markt verändert sich schnell: Dieser Vergleich stammt vom Oktober 2022 — Cyber-Bedingungen werden laufend überarbeitet, meist zugunsten klarerer Leistungen und strengerer IT-Anforderungen. Umso wichtiger ist ein aktueller Vergleich zum Abschlusszeitpunkt.

Meine Einordnung als Makler

Cyber ist die Sparte, in der ich am dringendsten davon abrate, nach Preis zu kaufen. Zwischen den drei Angeboten lagen keine Qualitätsstufen, sondern unterschiedliche Philosophien — und welche passt, hängt vom Betrieb ab: Wie abhängig sind Sie von Ihrer IT? Arbeiten Sie mit sensiblen Daten? Wer überweist bei Ihnen Geld? Die Beiträge gelten für den beschriebenen Einzelfall.

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Ihr Betrieb hat noch keinen Cyber-Schutz? — Ich prüfe, welches Deckungskonzept zu Ihrer IT-Abhängigkeit passt. Die Grundlagen erklärt unsere Seite Cyberversicherung.

Transparenzhinweis: Anonymisiertes, reales Beispiel aus meiner Beratungspraxis (Marktvergleich vom Oktober 2022). Unternehmen, Gesellschaften und Tarifnamen wurden aus Datenschutz- und Neutralitätsgründen unkenntlich gemacht; die Leistungsangaben sind verkürzt dargestellt und geben den damaligen Bedingungsstand wieder — verbindlich ist ausschließlich der Wortlaut der jeweiligen Versicherungsbedingungen. Im Beratungsgespräch lege ich alle Namen und Unterlagen offen.

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