Beispiel aus der Praxis

Musterangebot: Kfz-Versicherung — wenn drei Tarife „100 Prozent" erfüllen

Anonymisiertes Praxisbeispiel · Pkw mit Vollkasko, Kreis Coesfeld

Bei der Autoversicherung schauen die meisten nur auf den Preis — dabei beginnt ein guter Vergleich einen Schritt früher: beim Anforderungsprofil. Für diesen Pkw (Vollkasko, Wechsel zum 1. Januar) haben wir vorab festgelegt, was der Tarif können muss — und dann drei Angebote gefunden, die alle Anforderungen zu 100 Prozent erfüllen. Halter, Gesellschaften und Tarifnamen sind neutralisiert.

Das Anforderungsprofil (vor dem Preisvergleich!)

  • Fahrerschutz: sichert den Fahrer selbst ab, der bei selbst verschuldetem Unfall sonst leer ausgeht
  • Grobe Fahrlässigkeit mitversichert (außer Diebstahl, Alkohol, Drogen) — der Klassiker: rote Ampel, Handy-Blick
  • Marderbiss inklusive Folgeschäden — der Biss selbst kostet wenig, der Motorschaden danach viel
  • Erweiterte Wildschadenklausel (Tiere jeder Art, nicht nur Haarwild — wichtig im ländlichen Raum)
  • Mindestens 100 Mio. EUR Deckung, Schutzbrief, kein Selbstbehalt bei Glasreparatur

Drei Tarife, drei Philosophien

 Anbieter A
(Telematik-Variante)
Anbieter A
(Werkstattbindung)
Anbieter B
Jahresbeitrag312,02 EUR323,30 EUR386,03 EUR
Erfüllung des Anforderungsprofils100 %100 %100 %
Marderbiss-Folgeschädenbis 10.000 EURbis 10.000 EURunbegrenzt
Sonderausstattungunbegrenztunbegrenztbis 6.000 EUR
Eigenschadendeckungbis 100.000 EURbis 100.000 EURnein
Schutz bei Hacker-Angriff aufs Fahrzeugjajanein
Freie Werkstattwahljanein (Partnerwerkstatt)nein

Was man aus diesem Fall lernen kann

  • „100 Prozent erfüllt" ist erst der Anfang: Alle drei Tarife bestehen das Pflichtprogramm — die Unterschiede stecken in der Kür: unbegrenzte Marderbiss-Folgeschäden gegen Eigenschaden- und Hacker-Deckung. Welcher Zuschnitt zählt, hängt vom Fahrzeug und vom Abstellplatz ab.
  • Telematik und Werkstattbindung sind Preishebel mit Preis: Der Telematik-Tarif ist der günstigste — dafür fährt eine App mit und bewertet den Fahrstil. Die Werkstattbindung spart gegenüber freier Wahl, bindet aber im Schadenfall an Partnerbetriebe. Beides kann passen — man sollte es nur bewusst entscheiden.
  • Rabattschutz fehlte allen dreien: Wer nach einem Schaden seine Schadenfreiheitsklasse behalten will, muss das gezielt anfragen — es ist kein Standard.
  • Der Stichtag ist eine Chance, kein Zwang: Kfz-Verträge lassen sich meist zum 30. November kündigen — der beste Zeitpunkt, das Anforderungsprofil einmal sauber durchzugehen statt nur den Beitrag zu drücken.

Meine Einordnung als Makler

Der Beitragsunterschied von 74 Euro im Jahr zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif ist real — aber er kauft beim teuersten auch die unbegrenzten Marderbiss-Folgeschäden. Für ein Fahrzeug, das draußen steht, kann sich das rechnen; für den Garagenwagen eher nicht. Genau solche Abwägungen sind der Grund, warum der Vergleich mit dem Anforderungsprofil beginnt und nicht mit der Preisliste. Beiträge gelten für den beschriebenen Einzelfall.

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Transparenzhinweis: Anonymisiertes, reales Beispiel aus meiner Beratungspraxis (Leistungsvergleich zum Versicherungswechsel, Vollkasko, jährliche Zahlweise). Halter, Kennzeichen, Gesellschaften und Tarifnamen wurden aus Datenschutz- und Neutralitätsgründen unkenntlich gemacht. Beiträge gelten für den beschriebenen Einzelfall (Fahrzeugtyp, Region, Schadenfreiheitsklasse); maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Im Beratungsgespräch lege ich alle Namen und Unterlagen offen.

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