Die gesetzliche Kasse zahlt die Brille nicht, den Reise-Impfschutz nur selten und beim Hörgerät einen Festbetrag, der oft nicht reicht. Genau diese Lücken schließt der Tarif VorsorgePRIVAT der Union Krankenversicherung (UKV) – ohne Wartezeit, mit nur zwei Gesundheitsfragen, für 13,45 Euro im Monat (Kinder und Jugendliche 8,80 Euro). Was drin ist, was nicht, und für wen sich das rechnet.
| Leistungsbereich | Erstattung | Höchstbetrag |
|---|---|---|
| Vorsorgeuntersuchungen beim Arztambulante Früherkennung, auch über das Kassenprogramm hinaus | 100 % | 500 € je Kalenderjahr1. Jahr: 200 €, 1.+2. Jahr zusammen: 500 € |
| Schutzimpfungen und Malariaprophylaxeinkl. Reiseschutzimpfungen und Impfstoff | 100 % | 300 € in zwei Kalenderjahren |
| Sehhilfen: Brillen, Kontaktlinsen, Reparaturenohne Rezept, unabhängig von einer Änderung der Sehstärke | 80 % | 400 € in zwei Kalenderjahrenaus einem Rechnungsbetrag bis 500 € |
| Augenlasern (refraktive Chirurgie)z. B. LASIK, Clear-Lens-Exchange, inkl. Vor- und Nachuntersuchungen | 100 % | 1.500 € in der Vertragslaufzeit1. Jahr: 200 €, 1.+2. Jahr zusammen: 500 € |
| Hörhilfen: Hörgeräte, Otoplastik, Reparaturenärztlich verordnet, nach Vorleistung der Kasse | 80 % | 800 € in fünf Kalenderjahrenaus einem verbleibenden Rechnungsbetrag bis 1.000 € |
Warum ausgerechnet diese fünf Bausteine?
Es sind die Posten, bei denen Kassenpatienten am häufigsten selbst in die Tasche greifen. Eine Gleitsichtbrille kostet schnell 400 bis 800 Euro, die Kasse zahlt für Erwachsene in aller Regel nichts. Beim Hörgerät übernimmt sie einen Festbetrag; wer ein Gerät möchte, das im Restaurant noch Gespräche trennt, zahlt den Rest. Reiseimpfungen für den Urlaub außerhalb Europas sind ebenfalls meist Privatsache. Und viele sinnvolle Früherkennungsuntersuchungen stehen als „IGeL“ auf der Rechnung, weil das Kassenprogramm sie erst ab einem bestimmten Alter oder gar nicht vorsieht.
VorsorgePRIVAT bündelt genau diese Lücken in einem schlanken Tarif. Es ist bewusst keine „große“ Zusatzversicherung mit Chefarzt, Einbettzimmer oder Zahnersatz – dafür gibt es andere Bausteine. Hier geht es um die kleinen, aber regelmäßig wiederkehrenden Rechnungen.
Was die Zahlen in der Praxis bedeuten
Die Höchstbeträge gelten jeweils für einen Zeitraum, nicht pro Rechnung. Bei Brille und Impfungen zählen das laufende und das vorhergehende Kalenderjahr zusammen, beim Hörgerät die letzten fünf Kalenderjahre. Im Alltag heißt das: alle zwei Jahre eine neue Brille mit bis zu 400 Euro Zuschuss, alle fünf Jahre bis zu 800 Euro fürs Hörgerät zusätzlich zur Kasse.
Beispielrechner: Was bekäme ich zurück?
Rechnungsbetrag eingeben – der Rechner wendet Erstattungssatz und Höchstbetrag des Tarifs an. Unverbindlich, maßgeblich sind die Tarifbedingungen.
Annahme: Im Betrachtungszeitraum wurde noch nichts aus diesem Baustein erstattet und es ist nicht das erste Versicherungsjahr (dort gelten bei Vorsorge und Augenlasern niedrigere Anfangsgrenzen).
Nur zwei Gesundheitsfragen – und was daraus folgt
Der Antrag stellt genau zwei Fragen: Werden Sehhilfen getragen oder sind sie erforderlich? Und besteht eine Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit? Mehr nicht. Es gibt keine Fragen zu Vorerkrankungen, Medikamenten oder Krankenhausaufenthalten.
- Brillenträger werden nicht abgelehnt, sondern zahlen einen festen Risikozuschlag von 4,00 Euro im Monat. Dafür gilt der volle Brillen-Baustein – auch wenn sich die Sehstärke gar nicht ändert.
- Bei bestehender Schwerhörigkeit wird der Hörhilfen-Baustein ausgeschlossen; alle anderen Leistungen bleiben erhalten.
- Keine Wartezeiten: Die sonst in der Krankenzusatzversicherung üblichen drei bis acht Monate entfallen vollständig.
Das macht den Tarif auch für Menschen interessant, die bei anderen Zusatzversicherungen wegen ihrer Krankengeschichte abgelehnt würden.
Wer kann den Tarif abschließen?
- Alle, die in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind – pflichtversichert, freiwillig versichert oder familienversichert.
- Kinder und Jugendliche ebenfalls; bei Minderjährigen ist ein Erziehungsberechtigter Versicherungsnehmer. Ab dem Kalenderjahr, in dem das 20. Lebensjahr vollendet wird, gilt der Erwachsenenbeitrag.
- Versicherte der AOK NordWest – der im Münsterland am weitesten verbreiteten Kasse – werden im Antrag ausdrücklich genannt und laufen über die UKV.
Nicht möglich ist der Abschluss für Privatversicherte und für Personen, die beim selben Versicherer bereits eine Zusatzversicherung mit denselben Leistungsbereichen haben. Endet die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Kasse – etwa durch einen Wechsel in die private Krankenversicherung – endet auch VorsorgePRIVAT.
Der Beitrag: 13,45 Euro im Monat – und warum er so niedrig ist
Der Tarif kennt nur zwei Altersgruppen und kein Höchstaufnahmealter. Ein 25-Jähriger zahlt denselben Beitrag wie eine 70-Jährige. Das geht, weil der Tarif keine Alterungsrückstellungen bildet: Der Beitrag ist von Anfang an niedrig, es gibt keinen „Rucksack“, den man beim Wechsel verliert – dafür kann die UKV die Beitragstabelle bei steigenden Kosten anpassen. Für ein Produkt, das Rechnungen im dreistelligen Bereich erstattet, ist das die passende Konstruktion: kein Vertrag fürs Leben, sondern einer, den man jederzeit überprüfen kann.
| Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre | 8,80 € |
| Erwachsene ab 20 Jahre – ohne Altersgrenze nach oben | 13,45 € |
| Zuschlag für Brillen- oder Kontaktlinsenträger | + 4,00 € |
| Erwachsener mit Brille | 17,45 € |
Der Jugendbeitrag gilt bis zum Beginn des Kalenderjahres, in dem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Monatliche Zahlweise ab 5 Euro Monatsbeitrag, sonst jährlich. Quelle: UKV-Tarifübersicht, Stand Mai 2026.
Zur Einordnung: Ein Brillenträger zahlt 17,45 Euro im Monat, also rund 419 Euro in zwei Jahren. Allein der Brillenzuschuss von bis zu 400 Euro holt davon fast alles wieder herein – jede Vorsorgeuntersuchung, jede Reiseimpfung kommt obendrauf. Ohne Brille sind es 13,45 Euro; ein großes Blutbild für 140 Euro, das die Kasse ohne konkreten Verdacht nicht bezahlt, wird zu 100 Prozent erstattet und deckt damit schon zehn Monatsbeiträge.
Für wen sich VorsorgePRIVAT lohnt – und für wen nicht
- Brillenträger, die ohnehin alle zwei Jahre eine neue Brille oder regelmäßig Kontaktlinsen kaufen – der Zuschuss von bis zu 400 Euro holt den Beitrag in vielen Fällen schon allein wieder herein.
- Familien mit Kindern: Kinderbrillen, Reiseimpfungen vor dem Fernurlaub und zusätzliche Vorsorge in einem Vertrag – durchgerechnet in der anonymisierten Musterrechnung für eine Familie mit zwei Kindern (52,50 Euro im Monat für vier Personen).
- Menschen ab 50, bei denen ein Hörgerät absehbar wird oder die Früherkennung über das Kassenprogramm hinaus nutzen wollen.
- Vielreisende, die regelmäßig Impfungen für Ziele außerhalb Europas brauchen.
- Alle, die wegen Vorerkrankungen bei anderen Zusatzversicherungen abgelehnt wurden – hier zählen nur zwei Fragen.
- Wer vor allem Zahnersatz, Chefarzt oder Einbettzimmer absichern will, braucht einen anderen Baustein – VorsorgePRIVAT deckt diese Bereiche nicht ab.
- Wer in absehbarer Zeit in die private Krankenversicherung wechselt – der Tarif endet dann automatisch.
- Wer sich in den ersten zwei Jahren die Augen lasern lassen will: In dieser Zeit sind maximal 500 Euro erstattungsfähig, die vollen 1.500 Euro erst später.
Quellen: Union Krankenversicherung AG, Tarif VorsorgePRIVAT – Ergänzungsversicherung für gesetzlich Krankenversicherte, Tarifbestimmungen Stand 01.01.2015 (SAP-Nr. 334658) · Antrag auf VorsorgePRIVAT, Stand 06/2026 (SAP-Nr. 342760) · UKV, Tarifangebote und Beiträge, gültig ab 1. Mai 2026 · UKV, Produktflyer VorsorgePRIVAT, 02/2026 (335030). Stand: 25. Oktober 2026. Diese Seite ist eine Kurzübersicht; maßgeblich sind ausschließlich die Versicherungsbedingungen und der Versicherungsschein.
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