Gute Leute finden und halten — für kleine Betriebe ist das die vielleicht größte Herausforderung überhaupt. Ein Handwerksbetrieb aus meiner Beratung wollte seinen fünf Mitarbeitern Fitness- und Gesundheitskurse sowie Vorsorgeangebote finanzieren. Der sinnvollste Weg dafür: eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) mit sogenanntem Budgettarif — jeder Mitarbeiter erhält ein persönliches Gesundheitsbudget von 900 Euro pro Jahr und setzt es flexibel ein. Zwei Versicherer, die auch Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern annehmen, haben Angebote abgegeben. Betrieb, Gesellschaften und Tarifnamen sind neutralisiert.
So funktioniert der Budgettarif
Das Budget lässt sich wie ein Guthaben für Gesundheitsleistungen einsetzen — ganz nach Bedarf des einzelnen Mitarbeiters: Gesundheits- und Präventionskurse (Rückenschule, Fitness, Stressbewältigung, Ernährung), Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen, Heilmittel wie Krankengymnastik und Physiotherapie, Zahnleistungen von der professionellen Zahnreinigung bis zum Zahnersatz, Sehhilfen sowie Heilpraktiker und Hilfsmittel. Dazu kommen kostenfreie Service-Leistungen wie Facharzt-Terminservice und ärztliche Zweitmeinung.
Drei Punkte machen die bKV für Arbeitgeber besonders attraktiv: Keine Gesundheitsprüfung — alle Mitarbeiter werden aufgenommen, auch mit Vorerkrankungen. Arbeitgeberfinanziert — die Beiträge sind Betriebsausgaben (die genaue steuerliche Behandlung gehört zum Steuerberater). Und Beitragsbefreiung bei längerer Krankheit, Elternzeit oder Pflegezeit — der Schutz bleibt bestehen.
Die beiden Angebote im Vergleich
| Anbieter A | Anbieter B | |
|---|---|---|
| Monatsbeitrag je Mitarbeiter | 30,00 EUR | 32,90 EUR |
| Jährliches Gesundheitsbudget je Mitarbeiter | 900 EUR | 900 EUR |
| Mindestanzahl Mitarbeiter | 3 | 5 |
| Gesundheits- & Präventionskurse / Vorsorge | 100 % (bis 900 EUR) | 100 % (bis 900 EUR) |
| Sportlervorsorge (z. B. sportmedizinische Untersuchung) | nicht enthalten | 100 % (bis 900 EUR) |
| Ärztliche Behandlungen & Beratungen im Budget | nur Naturheilverfahren | 100 % (bis 900 EUR) |
| Heilpraktiker inkl. Osteopathie | nur Heilpraktiker, ohne Osteopathie | 100 % (bis 900 EUR) |
| Sehhilfen | 100 % (bis 300 EUR) | 75 % (bis 900 EUR) |
| Professionelle Zahnreinigung / Zahnvorsorge | 100 % (bis 300 EUR) | 100 % (bis 900 EUR) |
| Zusatzbudget bei leistungsfreiem Vorjahr | nein | ja |
| Angehörige freiwillig mitversicherbar | ja — ohne Vorerkrankungen | ja — auch mit Vorerkrankungen |
| Kosten gesamt (5 Mitarbeiter, pro Jahr) | 1.800,00 EUR | 1.974,00 EUR |
Beide Tarife: Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung, Beitragsbefreiung bei Elternzeit/langer Krankheit, Budget zu 100 % für Kurse und Vorsorge einsetzbar. Optional lässt sich ein Zahnersatz-Baustein (70 % Erstattung) für rund 10 Euro je Mitarbeiter und Monat ergänzen.
Was man aus diesem Fall lernen kann
- Die bKV ist das unterschätzte Instrument der Mitarbeiterbindung: Für rund 30 Euro im Monat je Mitarbeiter stellt der Betrieb jedem Einzelnen 900 Euro Gesundheitsleistung pro Jahr zur Verfügung — ein Vorteil, den Mitarbeiter unmittelbar erleben, anders als manche Gehaltskomponente.
- 2,90 Euro Unterschied, aber spürbar anderer Umfang: Der etwas teurere Tarif deckte Sportlervorsorge, ärztliche Behandlungen und Osteopathie im vollen Budget, bot ein Zusatzbudget nach leistungsfreiem Jahr und nahm auch Angehörige mit Vorerkrankungen auf. Wer das Gesundheitsziel des Betriebs ernst nimmt, bekommt hier fürs kleine Mehr deutlich mehr Substanz.
- Keine Gesundheitsprüfung ist der stille Star: In der bKV kommt die ganze Belegschaft in den Schutz — auch Mitarbeiter, die privat wegen Vorerkrankungen keine Zusatzversicherung mehr bekämen. Für die ist das Budget am wertvollsten.
- Auf die Mindestgröße achten: Die Angebote setzen 3 bzw. 5 Mitarbeiter voraus — auch Kleinstbetriebe kommen also hinein, aber nicht bei jedem Versicherer.
- Rechnung für den Arbeitgeber: Rund 1.800 bis 1.974 Euro Jahresbeitrag stehen bis zu 4.500 Euro möglichem Gesundheitsbudget für die Belegschaft gegenüber — als Betriebsausgabe.
Meine Einordnung als Makler
Die betriebliche Krankenversicherung ist für kleine Betriebe eines der greifbarsten Mitarbeiter-Benefits überhaupt — und eines der wenigen, das ohne Gesundheitsprüfung die gesamte Belegschaft erreicht. Die Tarifwahl hängt davon ab, was der Betrieb erreichen will: Ging es wie hier ausdrücklich um Fitness und Prävention, spricht vieles für den Tarif mit dem breiteren Leistungsspektrum. Die Beiträge gelten für den beschriebenen Einzelfall (5 Mitarbeiter, Stand Juli 2026).
Transparenzhinweis: Anonymisiertes, reales Beispiel aus meiner Beratungspraxis (Angebotsvergleich vom Juli 2026). Betrieb, Gesellschaften und Tarifnamen wurden aus Datenschutz- und Neutralitätsgründen unkenntlich gemacht; die Leistungsangaben sind verkürzt dargestellt — verbindlich ist ausschließlich der Wortlaut der jeweiligen Versicherungsbedingungen. Zur steuerlichen Behandlung berät der Steuerberater. Im Beratungsgespräch lege ich alle Namen und Unterlagen offen.
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